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Selbstbewusstsein

Fast immer empfinden wir es so, als hätten wir nicht genug davon. Wir würden gern viel mehr von dieser kostbaren Eigenschaft unser Eigen nennen. Was ist nun dieses, was wir Selbstbewusstsein nennen? Wurde es uns in unsere genetische Wiege gelegt, gibt's der Zufall dem Einen und dem Anderen nicht? Welche Lebenssituationen vermindern, welche vergrößern oder besser gesagt, intensivieren unser Selbstbewusstsein? Ist es erlernbar? Wie kann man es erlernen? Viele stellen sich viele dieser Fragen. Viele nutzen viele der Angebote, die auf dem Markt sind, um den Menschen selbstbewusster zu machen. Kann man denn überhaupt wirklich einen Menschen selbstbewusster machen? Oder kann das ein Mensch nur selbst? Viele dieser Fragen werden durch die Definition des Wortes Selbstbewusstsein beantwortet.

Meine Definition lautet:

Selbstbewusstsein ist unser Bewusstsein oder unsere Kenntnis über unsere verschiedenen psychischen Strukturen, deren Inhalte, Zielsetzungen und Wirkungen.

Was bewundern wir nun an denen, von denen wir empfinden, sie hätten viel Selbstbewusstsein? Ihre Dominanz, Durchsetzungsvermögen, Sprachgewandtheit, Erfolge, Selbstsicherheit, Zielstrebigkeit? Vermutlich betrachten wir es als selbstbewusst, wenn möglichst viele dieser Attribute im Verhalten eines Menschen dargestellt werden. Und so versuchen wir unsererseits in unserem Verhalten möglichst viele dieser Attribute zu demonstrieren. Oft spielen wir diese Rollen denen nach, die wir als Selbstbewusst empfinden, ohne dass der psychische Hintergrund dafür vorhanden ist. Aus Angst vor dem negativen Feedback der Umwelt spielen wir also Dominanz, Durchsetzungsvermögen, Sprachgewandtheit, Erfolg, Selbstsicherheit, Zielstrebigkeit. Wer von uns zeigt sich schon gern schwach, durchsetzungsunfähig, stotternd, erfolglos, selbstunsicher und ziellos? Davor haben wir viel zuviel Angst. Wir wären ja das Gespött der Leute. Jeder würde über uns lachen. Das können wir uns unmöglich leisten. Da wir mit unserem mangelnden Selbstbewusstsein und unserer daraus resultierenden Angst dieses nicht wollen, spielen wir halt die Verhaltensweisen des uns selbstbewusst Erscheinenden nach und vergessen, dass der es genauso macht wie wir. In der Folge seines als mangelhaft empfundenen Selbstbewusstseins entsteht in ihm Angst, die er glaubt, reduzieren zu können durch das Nachspielen der Rollen der Scheinselbstbewussten.

Wenn jedoch Selbstbewusstsein unser Bewusstsein

oder unsere Kenntnis über unsere verschiedenen psychischen Strukturen, deren Inhalte, Zielsetzungen und Wirkungen ist, dann müssten wir uns über unsere Dominanz genauso im klaren sein, wie über unsere scheinbaren Schwächen, deren Akzeptanz für uns die Voraussetzung für die Bildung weiterer Dominanzbereiche ist. Dann erkennen wir auch in manchen unserer Durchsetzungsbereiche eine starre Sturheit im Streben nach gestern bereits überholten Zielen, die wir nur noch aus Angst vor Gesichtsverlust durchboxen wollen. Menschen unserer Umwelt unterdrücken wir gewaltvoll durch unser angstbedingtes Durchsetzen wollen. Wären wir selbstbewusst, so würden wir die Sackgasse der Gewalt nicht benötigen, so könnten wir es uns leisten, destruktive Ziele unserer Vergangenheit in Ihr zu belassen. Wir müssten dann nicht mehr versuchen, angstvoll diese schädlichen Ziele zu unserem und der Umwelt Schaden in der Gegenwart und der Zukunft zu erhalten.

Wenn also Selbstbewusstsein unser Bewusstsein oder unsere Kenntnis über unsere verschiedenen psychischen Strukturen, deren Inhalte, Zielsetzungen und Wirkungen ist, dann müssten wir auch in der Lage sein, den gewaltbedingten Scheinerfolg, zum Beispiel des Konsums und seine kostspieligen Spätfolgen zu unterscheiden von dem scheinbar erfolglosen aber gewaltarmen Leben vieler einfacher aber sehr zufriedenen Leute. Wir würden erkennen, dass manche unserer Selbstsicherheiten nur in der Folge einer Riesenangst davor, uns selbst in Frage zu stellen, bestehen bleiben. Wir würden erkennen, dass die konstruktive Selbstinfragestellung eine der wesentlichen Säulen unserer Entwicklung darstellt. Durch unser Selbstbewusstsein würden wir auch die Art des Sprechens nicht so wichtig empfinden wie den Inhalt dessen, was wir versuchen, durch Worte auf andere zu übertragen. Wir würden erkennen, dass erst der Versuch, unsere angstvolle Konzentration auf die Art des Sprechens zu lenken das abgehackte, blockierte Sprechen, das wir Stottern nennen, bedingt. Wenn Selbstbewusstsein also unser Bewusstsein oder unsere Kenntnis über unsere verschiedenen psychischen Strukturen, deren Inhalte, Zielsetzungen und Wirkungen ist, was sind dann diese verschiedenen psychischen Strukturen, deren Inhalte, Zielsetzungen und Wirkungen? Kommen wir zuerst zu den verschiedenen psychischen Strukturen in uns. In meiner Interpretation ist die Emotio unsere zentrale Lebens bedingende und biologisch dominanteste Struktur. In ihr findet unser größter Teil des Denkens statt.

All unsere Gefühle,

unser Wollen, unsere Fantasien unsere Lebensziele sind in ihr gespeichert. Leider und glücklicherweise ist diese Emotio als Struktur sehr leicht zu prägen. Leider, weil all die Ängste und Rollen, die uns in unserer Vergangenheit mit den Gewalten der Vergangenheit eingebläut wurden, auch heute noch unser Leben meist destruktiv, also schädlich und blockierend beeinflussen. Aber auch glücklicherweise, weil ohne diese Beeinflussbarkeit unserer Emotio kein Lernen und damit keine Anpassungsmöglichkeit an unsere Umwelt bestünde. Funktionell müssen wir diese Emotio in zwei verschiedene Strukturen trennen, in die angeborene, primärbiologische und in die anerzogene Fremdwertstruktur. Die mit Gewalt in unsere emotionalen Denkstrukturen hinein erzogenen Werte sorgen für einige Angst und Verwirrung innerhalb unseres Denkens. Nun gehen wir davon aus, dass die zweite, wesentliche Denkstruktur innerhalb unseres psychischen Systems die Ratio ist. Dieses rationale, sehr logisch arbeitende System, das auf der Basis der zur Verfügung stehenden Fakten seine Umweltbewertungen vornimmt ist vergleichbar mit einem Computer, der emotionslos objektivst - möglich Empfehlungen für Verhaltenspläne liefert. Das Motiv der angeborenen Emotio scheint in erster Linie der Lebenserhalt zu sein. In den Lebenssituationen, in denen unser Lebenserhalt nicht gefährdet erscheint besteht scheinbar nur eine Orientierung auf Lustbefriedigungen. Wir versuchen uns zu befriedigen durch das Fühlen mit unseren Hautsinnen, durch das Schmecken mit unseren Geschmacksrezeptoren, das Hören mithilfe unseres Akustikapparates, das Sehen mittels unseres optischen Systems, das Riechen durch unser Geruchsorgan, die Neugierde, das Spiel, die Liebe oder Harmonieempfindung.

Das Motiv der uns anerzogenen Fremdwerte besteht darin, den Zustand der geringsten Ablehnungs- oder Verlustangst, durch praktiziertes Normenverhalten, mit der Zielsetzung auf möglichst viel positives Feedback und mit Vermeidung von negativem Feedback, zu erreichen. Dieses Fremdswertsystem ist ein reines Angstvermeidungssystem. Aufgrund seiner Existenz in unserer Psyche sind destruktive Konflikte vorherbestimmt. Dieses Wertsystem bedingt Gewalt und behindert somit das Leben, die Partnerschaft- und Liebesfähigkeit immens. Wir erkennen, wie unterschiedlich diese zwei emotionalen Wertsysteme in ihren Zielen und Motiven sind. Das eine, angeborene System bejaht die Lebensfähigkeit und die Lustbefriedigung. Das andere, anerzogene System ist bestrebt, jeder Form von Angst durch negatives Feedback oder Verlust von positivem Feedback aus dem Wege zu gehen. Ist es noch verwunderlich, dass wir aufgrund dieser Diskrepanz, dieser Wertsysteme uns in permanenten Konfliktsituationen befinden? Immer unübersichtlicher wird unsere Lebenseinstellung gegenüber uns selbst und gegenüber der Umwelt.

Was ist denn nun unser Lebensziel?

Sollen wir uns an die uns aufgezwungenen Ziele und Normen der Kultur halten, indem wir ein Leben lang frustriert und widerstrebend uns zur Arbeit zwingen? Sollen wir unsere Widerstände gegen die vielen Mussbereiche des Lebens immer mehr unterdrücken, nur um uns kulturspezifische Konsumbereiche erfüllen zu können? Das Vorweisen dieser Konsummittel hat keinen Befriedigungseffekt, es bedingt nur die Abwesenheit negativen Feedbacks oder die Anwesenheit positiven Feedbacks derer, die wir für Selbstbewusst halten. Diese zeigen jedoch ihr mangelndes Selbstbewusstsein dadurch, dass sie angstvoll den selben Kulturzielen nachrennen, wie der größte Teil der Menschen, die wir kennen. Oder könnte es wirklich für uns das Lebensziel sein, unsere Lebensfähigkeit und unsere Lustbefriedigung so intensiv wie möglich zu erhalten oder zu gestalten? Vielen klingt dieses Lebensziel zu banal. Kann das wirklich alles sein, nur unsere Lebensfähigkeit und unsere Lustbefriedigung anzustreben, wie es unsere primärbiologische emotionale psychische Struktur versucht zu erreichen? Meiner These entsprechend waren wir als noch sehr kleine Kinder, als wir noch nur ein emotionales Wertsystem hatten am selbstbewusstesten. Erst die Gewalten unserer Umwelt verursachten durch den Erziehungsprozess Ängste in uns, die unsere Orientierung und Wichtigkeitsempfindung auf uns selbst gleichmäßig und langsam wandelten in eine Orientierung und Wichtigkeitsempfindung auf die Umwelt. Und damit verloren wir unser damals noch vorhandenes Selbstbewusstsein.

Vergleichen wir nun einige Symptome des Selbstbewusstseins mit denen von geringerem Selbstbewusstsein. Oder wir können auch dazu sagen Fremdbewusstsein, weil nicht mehr unser eigenes Selbst und seine emotionalen Werte, sondern die uns anerzogenen Fremdwerte dominieren. Die Ruhe und Ausgeglichenheit des Selbstbewusstseins wird beim reduzierten Selbstbewusstsein durch Spannungen, Unruhe, Unausgeglichenheit, Zerrissenheit ersetzt. Alle Wichtigkeiten des Lebens liegen beim Selbstbewussten in sich selbst, beim Fremdbewussten in seiner Umwelt, den Nachbarn, den Normen, dem Gerede der Leute und so weiter. Je stärker, dominanter oder selbstbewusster ein Mensch ist, umso weniger wird er Gewalt als ein Mittel zur Manipulation der Umwelt einsetzen. Wir erkennen also im selbstbewussten Menschen geringste Gewaltquantität, im Unterschied zu denen mit geringerem Selbstbewusstsein. Die Hintergründe der Lebenssituation, ob positiv oder negativ findet der Selbstbewusste, aufgrund einer intensiveren Eigenverantwortungsfähigkeit weit mehr in sich selbst. Für den Fremdbewussten sind meist die Anderen an seinem eigenen Fiasko schuld.

Die Projektionsbereitschaft steigt durch mangelndes Selbstbewusstsein massiv an. Für den Selbstbewussten erscheinen Dinge und Lebenssituationen als wichtig, wenn sie den funktionellen Charakter für unsere Lebensfähigkeit und Lustbefriedigung erfüllen. Der Fremdbewusste wird Dinge und Lebenssituationen eher nach dem beurteilen, ob sie positives Feedback einbringen und oder negatives Feedback vermeiden. Und nun kommt etwas sehr wichtiges: Die Gefühle unserer angeborenen Emotio funktionieren seinsorientiert und linear. Die Gefühle unserer anerzogenen Emotio verlaufen auf einer habensorientierten und polaren Ebene.

Die Eigenorientierung des Selbstbewussten bedingt die hohe Priorität auf die Aspekte:

1. Ich

2. Jetzt

3. Hier

4. Das

Das "Ich" erscheint im konstruktiv egoistischen Sinne als eine Grundvoraussetzung des Seins. Unsere Erziehung wandelt oft unsere gesunde hohe Bewertung des eigenen Ich zu einer kranken hohen Bewertung der Menschen unserer Umwelt. Nun wird es uns wichtiger, die Erwartungen der Menschen unserer Umwelt zu erfüllen als an unsere eigenen Motive zu denken. Unser Schuldempfinden regiert unsere Gedanken.

Das "Jetzt" ist scheinbar der wichtigste Zeitpunkt unseres Lebens. Die Vergangenheit ist wichtig um aus Ihr unsere Lehren zu ziehen, ohne uns die Gegenwart zu zerstören. Erzogen werden wir in der Wichtigkeit unserer Zukunft. Eine destruktiv hohe Bewertung der Zukunft lässt uns oft uns selbst versklaven in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wir vergessen dabei, dass eine konstruktive Zukunft nur die Folge einer konstruktiven Gegenwart sein kann. Wie oft zermartern wir unsere wichtigste Zeit, also unser "Jetzt" mit unserem Schulddenken gegenüber Anderen und unseren Projektionen gegenüber den Menschen, die sich in grauer Vergangenheit "Verfehlungen" uns gegenüber geleistet haben.

Das "Hier" scheint der wichtigste Ort in unserem Leben zu sein. Durch das Reißerische in unseren Massenmedien werden andere Orte wichtiger als das "Hier".

Das "Das" bezieht sich auf das, mit was wir uns hier und jetzt befassen. Es kann eine Sache, ein Objekt, ein Thema oder eine Person sein. Es besteht eine biologische Konzentration auf "Das", was unser Leben im Moment betrifft. Wie oft sind wir nicht bei der "Sache". Wie oft denken wir an Anderes oder Andere und vermindern unsere Effizienz.

Zum Abschluss sei zu sagen: Wenn also Selbstbewusstsein unser Bewusstsein oder unsere Kenntnis über unsere verschiedenen psychischen Strukturen, deren Inhalte, Zielsetzungen und Wirkungen ist, dann ist Selbstbewusstsein sehr wohl erreichbar durch das intensivere Kennen lernen uns selbst gegenüber. Kennen wir uns selbst besser, so kennen und erkennen wir auch unseren Nächsten besser. Und das scheint mit die Voraussetzung für unsere eigene Liebesfähigkeit zu sein!


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