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Determination oder freier Wille?

Auf die Frage: „Haben wir einen freien Willen“ wird wohl der Großteil der Befragten mit einem klaren JA antworten.

„Ich kann mich doch entscheiden, ob ich:

1. nach Italien oder in die Türkei in Urlaub fahre,

2. jemanden küsse oder ohrfeige,

3. Schnitzel, Fondue oder Kuchen esse,

4. ins Kino oder Spazieren gehe“?

Beispiele wie diese finden wir noch scheinbar unbegrenzt. Genügt uns das bereits als Beweis für die Existenz unseres „freien Willens“?

In unserem subjektiven Erleben glauben wir natürlich immer wieder an eine Entscheidbarkeit. Auch an die Entscheidungsmöglichkeit, ob wir gebahnt, emotional, spontan, reflektorisch oder aber tiefgründiger, analytischer, aus vielen Betrachtungswinkeln sehend entscheiden glauben wir in der Regel. Bei allen Fragen: „tu ich dieses oder jenes“ entscheiden wir uns doch scheinbar immer wieder neu.

Scheinbar? Wieso scheinbar? Weil wir dieses ganze Thema auch etwas tiefgründiger betrachten können!

Entscheiden Sie wirklich, welche Zahl größer ist: 10 oder 15? Nein. Wir entscheiden nicht welche Zahl größer ist. 15 ist nun mal größer und wird damit den neurologischen „Zuschlag“ erhalten.

Sehr einfach gesagt scheint unser Denken aber auf dieser Ebene zu funktionieren. Ich komme später darauf zurück.

Zuerst versuche ich mit einigen einfachen Beispielen Grundinformationen zu bieten.

Halten Sie einen Bleistift mit der Spitze auf einem festen Untergrund und mit dem Finger am entgegen gesetzten Ende so senkrecht wie möglich. Lassen Sie den Bleistift los. Er fällt auf eine bestimmte Seite. Ist das Zufall? Oder erkennen wir in der Reaktion des Bleistiftes nur, dass er sich seinen „Naturgesetzen“ entsprechend verhält? Oder doch Zufall?

Je besser wir erkennen, warum der Bleistift sich verhält, wie er sich verhalten muss, umso weniger glauben wir an Zufall. Betrachten wir die vorgegebene Situation mit hochempfindlichen Sensoren und 3 Hochgeschwindigkeitskameras so können wir die Reaktion des Bleistiftes gut nachvollziehen!

Wir erkennen die Winkelabweichung des Bleistiftes von der Senkrechten, einen Impuls des Fingers beim Loslassen, die Beschaffenheit des Untergrundes, Luftbewegungen, die exakte Gravitationswirkung und viele weitere Bedingungsfaktoren für den Fall des Bleistiftes. Je umfassender unsere Kenntnisse der vorgegebenen Situation (gehaltener Bleistift) und je umfassender unsere Kenntnisse über den Reiz (Loslassen des Bleistiftes) umso klarer erkennen wir das zwangsläufige Resultat (Lage des Bleistiftes).Wir erkennen, dass der Bleistift nicht anders hätte fallen können, als er es getan hat.

An das Prinzip “Zufall“ glauben wir vermutlich immer dann, wenn uns entweder die Informationen über Situation und Reiz fehlen oder die jeweilige Informationskomplexität über Situation und Reiz unsere Aufnahmekapazität, die Merkfähigkeit und / oder die Daten - Verwaltungskapazität übersteigen. Sobald uns Menschen ein Vorgang nicht mehr erklärlich war erklärten wir uns den Vorgang mit „Zufall“ oder schufen eine Erklärung durch die Konstruktion eines Gottes. Unter Anderem wurde der damals unerklärliche Donner durch die Konstruktion des Gottes „Donar“ erklärt. Und damals wie heute gab es viel, sehr viel Unerklärliches, und damit sehr viele Götter! Fast alle Gottheiten fielen inzwischen unserem Verständnis um die Naturgesetzte zum Opfer. Heute dient in der Regel nur noch eine Gottheit pro Religion für den Zweck der Erklärbarkeit des noch Unerklärten.

Zurück zum Thema.

Fixieren wir beispielsweise 25 Bleistifte mit einer Halterung genauest – möglich übereinander, lassen wir zu einem kürzest möglichen Zeitpunkt alle Bleistifte fallen, so werden wir schon eher an Zufall glauben. Von dem einen Bleistift mit der Nummer 24, der 3,5 Meter weit von seinem Ursprungsort zum Liegen kam könnten wir nun denken, dass das Zufall sein könnte. Der könnte doch schließlich auch 30 cm weniger weit gefallen sein. Könnte er wirklich? „Hätte“ er?

Wir sehen uns die 3 Hochgeschwindigkeits-Filme an, die von Bleistift 24, aber auch von allen anderen Bleistiften in ihrem Fall bis zu ihrer Endposition aufgenommen worden sind. Wir erkennen in stundenlanger Analyse des Falles von Bleistift 24, wie er einen „Spin“ beim Fall bekam, der ihn letztlich auf seine „Ergebnis-Position“ beförderte. Und nach stunden- oder tagelangen Untersuchungen erkennen wir, dass Zufall in unseren aufwändigen Untersuchungen keinen Platz hat.

Machen wir für unser 2tes Beispiel einen Abstecher in die Chemie.

Ein Chemiker bringt etwas Säure auf ihre Haut auf. Sie spüren Rötung der Haut und brennenden Schmerz.

Glauben Sie an Zufall? Nein, sie kennen Säure und die Funktionen ihrer Haut. Beide Reaktionen werden von ihnen als zwangsläufig erkannt.

Der gleiche Chemiker (den sie inzwischen nicht mehr so mögen) vermischt in einer bestimmten Reihenfolge, unter wechselnden Drücken und Temperaturen 25 verschiedene ihnen größtenteils unbekannte Substanzen miteinander. Das Ergebnis ist: Rosa. Sie sind erstaunt und glauben nach einem solch komplex erscheinenden Vorgang an Zufall. Ganz verständlich, da Sie mit Chemie sowieso nicht viel am Hut hatten. Der Chemiker sagt ihnen aber dass das Ganze kein Zufall sei. Hätte er die Substanz 24 genau 38 Sekunden länger und die Temperatur 5,6 Grad höher wirken lassen, so wäre das Resultat, die „Ergebnis-Farbe“ Rot gewesen. Wenn sie einige Wochen oder Monate Zeit hätten würde er ihnen sehr gerne die Regeln der Chemie erklären. Sie glauben aber lieber nicht mehr an Zufall und lehnen die Einladung des Chemikers dankend ab.

Auch bei dieser Situation und bei diesen Reizen verstehen sie nun, dass es keine andere Farbe als Ergebnis-Farbe hätte sein können als: Rosa.

Drittes Beispiel: Elektrik. Wir drücken auf einen Lichtschalter, das Licht geht an, wir drücken wieder und das Licht geht aus. Zufall? Dieses tolle Spielzeug für die meisten kleinen Kinder führt bei diesen Kindern bald zu einer Erkenntnis des Zusammenhangs. Die Wiederholbarkeit des für kleine Kinder unverständlichen Vorganges schaltet auch bei diesen Kindern das Glauben an den Zufall bald ab. Eine komplizierte Reihenschaltung oder Kreuzschaltung mit einigen Relais würde bei mir und eventuell auch bei ihnen zu einer Überforderung des Verstehens führen. Durch die Bereitschaft eines Elektrikers uns das zu erklären und durch die Wiederholbarkeit der Ausführung mit dem gleichen Ergebnis glauben wir auch in diesem Fall bald nicht mehr an Zufall.

Viertes Beispiel: Auf ihrer Computertastatur drücken Sie auf die Taste 5. Auf ihrem Monitor erscheint das Zeichen 5! Sind sie sehr erstaunt? Glauben sie an Zufall? Vermutlich beides nicht. Verstehen sie den Lauf des Signals von Ihrer Tastatur bis auf dem Monitor das entsprechende Zeichen entsteht? Verstehen sie die Rechenfunktionen ihres Computers, was dieser Computer mit der Zahl 5 anfängt, wie er diese Zahl verwendet um zu einem bestimmten Resultat zu gelangen? Vermutlich wieder nicht. Aber aufgrund der Wiederholbarkeit erkennen wir die Zwangsläufigkeit und damit Determination auch eines sehr komplexen Vorgangs.

Fünftes und vorerst letztes Beispiel:

Unser Ausflug in die Biochemie oder Biologie. Wir kommen zu den Zellen unseres Organismus und betrachten manche von ihnen auf deren Komplexität. Einige sehr einfache Zellen sind die roten Blutkörperchen, die Hautzellen, die Fettzellen, die Muskelzellen. Erstere nehmen aufgrund von unterschiedlich hohen Sauerstoffpartialdrücken Sauerstoff auf (Lunge) und geben diesen wieder ab (Gewebe). Fettzellen lagern Fette ein und geben diese unter sehr einfachen Bedingungen wieder ab. Auf Muskelzellen wirkt ein Potential und sie kontrahieren sich. Nie entscheiden die Zellen über deren Tätigkeit. Kein Zufall spielt mit. Bei solch einfachen Zellen erkennen wir die Zwangsläufigkeit der Reaktionen noch sehr gut.

Situation und Reiz bedingt Reaktion!

 

Lassen wir die Mittelklasse der Zellen einfachheitshalber aus und wenden wir uns den sehr komplexen Zellen zu. Leberzellen, Zellen des Immunapparates. Beide sind Wunderwerke an Komplexität. Erstere entgiften und synthetisieren eine Vielzahl verschiedener Substanzen. Immunzellen analysieren und neutralisieren Erreger, in ihnen steckt ein umfassendes Gedächtnis für Erreger, körpereigener und körperfremder Substanzen und absolut klare Aufträge, wie sie mit den einzelnen Substanzen umzugehen haben.

Superkomplex, deren Strukturen aber trotzdem bestimmen Reize ihre zwangsläufigen Reaktionen.

Jede dieser Zellen, einfache und komplexe muss auf einen bestimmten Reiz mit einer ganz einzigartigen Reaktion antworten. Verständlicherweise haben auch diese Zellen keine Möglichkeit zu entscheiden, wie sie reagieren wollen. Alle tun genau das, wozu sie bestimmt, wozu sie determiniert sind.

Kommen wir nun zu einer anderen Zelle unseres Körpers. Einer Nervenzelle. Was denken sie? Gehört sie eher zu den einfachen oder zu den komplex reagierenden Zellen? Wäre zwar aus der Sicht der Determination egal, weil beide Arten in ihren Reaktionen zwangsläufig und gezwungenermaßen funktionieren. Aber trotzdem! Was denken sie?

Nun, eine Nervenzelle ist in ihrer Funktion etwa so komplex wie ein Kupferkabel. Das Kupferkabel erhält einen Reiz (Stromimpuls) und leitet diesen Impuls nur und einfach weiter. Hat das Kupferkabel eine Wahl? An bestimmter Stelle empfängt es einen Reiz und zu bestimmter Stelle leitet es den Reiz.

Eine Nervenzelle tut genau das gleiche. Sie hat verschiedene „Zugänge“ (Dendriten) und einen „Ausgang“ (Axon). Sobald ein Schwellenpotential erreicht wird entsteht am Axon eine Freisetzung eines Aktionspotentials. Dabei hat die Nervenzelle nichts „mitzureden“!

Sie erhält Erregungen und leitet diese weiter, ähnlich wie ein Kupferkabel einen Strom weiterleitet.

Wenn wir uns nun immer noch nicht einig darüber sind, dass die Zunahme der Komplexität eines Vorganges nichts am Prinzip der Zwangsläufigkeit ändert, so können wir uns das wieder an einem Beispiel ansehen: 5+3=8 Stimmen wir darin überein? Kein Erstaunen? Kein Zufall? Und - es „könnte“ bei dieser Rechnung auch nicht 7 oder 9 hinter dem = stehen?

Wie steht es damit?

5+3/1,567*6,456= 17,3599234 (gerundet nach Excel). Viel komplexer und trotzdem kein Zufall. Das Ergebnis ist das zwangsläufige Resultat der Zahlen vor dem =!

Wenn wir diese Rechnung über mehrere Seiten ausweiten wird sie immer komplexer, das ändert aber wieder nichts an dem Prinzip!

Nun komme ich endlich zu meiner Definition der Determination:

Determination ist die Zwangsläufigkeit der Reaktion von Masse und Energie und allen daraus resultierenden Strukturen aufgrund ihrer absoluten Abhängigkeit von ihren reaktionsbedingenden Gesetzen.

 

Die reaktionsbedingenden Gesetze sind die von uns so genannten Naturgesetze. Nicht nur die, die wir bereits kennen, sondern all jene, die wirklich die Reaktionsweisen der Materie und Energie bedingen. Und diese erscheinen mir im Moment absolut zwingend.

So wie es mir zwangsläufig erscheint, dass 5+3 8 ergeben, so zwangsläufig erscheint mir das Prinzip zu wirken: Situation + Reiz= Reaktion oder Ergebnis. Keine verschiedenen Möglichkeiten, sondern nur eine einzig logische, absolut zwingende Reaktion oder Ergebnis.

Wenn, ja nur wenn nun unser Denken und Fühlen nur eine Summation der Tätigkeiten von sehr vielen (bis zu 1 Billion) Nervenzellen und deren Aktionspotenzialen ist – wo begänne dann die Varianz, der Zufall oder die Verschiedenartigkeit der Möglichkeit der Reaktion zu wirken?

Höchste Zeit, sich kurz mit dem „Zufall“ zu befassen! Wenn sich die Determination durch die Zwangsläufigkeit auszeichnet, so würde sich der Zufall durch die Unbestimmtheit eines Ergebnisses bei definierter Situation, auf die ein bestimmter Reiz einwirkt auszeichnen.

All das wären meines Erachtens die Voraussetzungen für einen so genannten „freien Willen“.

5 + 3 = 8

Situation + Reiz = Reaktion

Werte + Reiz = Reaktion (Verhalten)

Um dieses besser zu verstehen wenden wir uns zuerst den Werten zu. Das Wort „Wert“ wird in der Regel in unserem Sprachgebrauch ganz anders verwendet, als ich es verwende. Wir verwenden das Wort „Wert“ in der Regel als ethisch oder moralisch hochwertige Eigenschaften. Ich versuche meine Wortverwendung zu erklären:

Versuchen Sie sich, unsere Denkabläufe vorzustellen. Ähnlich, wie wir in der Mathematik mit Zahlen oder Werten rechnen, berechnen oder bewerten, so wie wir uns in unserer Sprache der Laute oder Buchstaben und daraus resultierend der Worte und Sätze bedienen, scheint auch unser Denken insgesamt zu funktionieren.
Ich nenne deshalb unsere oberste Denkstruktur einen Wert. Für mich ist also ein Wert die kleinste psychische Einheit, auf die sich unser Denken zurückführen lässt. Die Summe unserer Werte nenne ich unser Wertsystem. Jede, noch so „kleine“ Erinnerung bedingt unsere Werte. Jeder noch so kleine Reiz verändert unsere Werte. Durch die Bewertungen, die aus unseren Werten entstanden sind, bestimmen wir die Wichtigkeit und die Charakteristik von neutralen Realitätsanteilen. Ebenso bestimmen wir durch diese Bewertungen die Wichtigkeit und Charakteristik von Konstrukten. Konstrukte oder Fremdwerte sind von Zivilisationen oder Kulturen konstruierte Strukturen. Zu den Konstrukten zähle ich also die Moral, Ehrbereiche, Ideale, Normen und Rollen, die uns im Laufe der Erziehung vermittelt wurden. Viele dieser Konstrukte treten in Konflikt mit den uns angeborenen Werten, woraus als erstes Frustrationen bis hin zu vielen Krankheiten entstehen müssen. Bestehen diese unterschiedlichen Konstrukte in Gruppen, Völkern oder in Rassen, so besteht dadurch eine der besten Voraussetzungen für Kriege!
Das ist aber eine andere, und lange Geschichte!!

Es erscheint mir sehr einfach. Eine Information der neutralen Realität wird von meinem Wertsystem in zwangsläufiger und einzigartiger Weise bewertet. Hauptsächlich diesen und einige, dem Bewerten folgende neurologische Prozesse nenne ich auf psychologischer Ebene „Denken“. Meine Bewertungen ziehen zwangsläufige neurologische Reaktionen nach sich. Abhängig davon, ob ich nun einerseits automatisch, reflektorisch, spontan emotional oder anderseits bewusst, rational, analytisch, vernunftorientiert oder überlegt bewerte, entstehen bestimmte, zwangsläufige Reaktionen. Dieses „Umschalten“ geschieht in unserer Psyche nicht durch uns gesteuert. Kommt mein Auto mit zu hoher Geschwindigkeit auf nasser, kurviger Straße im Gebirge ins Schleudern, so werde ich nicht rational oder analytisch den vermuteten Durchbruch durch das Geländer und den vermuteten Zeitverlauf bis zum Aufschlag in der Schlucht berechnen. Ich werde reflektorisch Gegenlenken und über meine Reflexe (im Falle des Überlebens) froh sein. Herr Michael Schuhmacher, der Rennfahrer ist ein anderer Mensch, mit anderen Reflexen, die auf eine andere Wertstruktur, durch andere Erfahrungen bedingt, zurück zu führen sind. Herr Schuhmacher´s Verhalten hätte den Wagen vermutlich einige Meter früher unter Kontrolle gebracht als ich. In der Formel: Situation + Bewertung bedingt das Verhalten macht sich wieder die Determination bemerkbar.

Fragt mich hingegen jemand, ob ich lieber:

1. 100.000€ geschenkt bekommen oder
2. Bundeskanzler werden wolle oder
3. ab sofort eine lebenslange Rente mit 5000€ monatlich erhalten wolle,

dann werde ich logischerweise in ganz anderer Form über die Angebote nachdenken. Angenommen, ich habe mit der Antwort 3 Tage zeit, so werde ich wohl all meine analytischen, rationalen und emotionalen, meine bewussten und vernunftorientierten Fähigkeiten heranziehen, um zu einer konstruktivst möglichen „Entscheidung“ zu kommen. Angenommen, meine „Wahl“ würde auf Punkt 3 Fallen. Wäre es wirklich eine Wahl? Warum würden wir alle eine verschiedene „Wahl“ in derselben Situation treffen? Weil wir alle mit unseren eigenen, und zwangsläufig verschiedenen „Wertsystemen“ die gleiche Situation bewerten würden kämen wir natürlich alle zu unterschiedlichen Ergebnissen oder Reaktionen. Nicht nur das! Die „Erfahrung“ und die damit entstandene Wertveränderung, mich für Punkt 3 „entschieden“ zu haben würde möglicherweise bereits nach 2 Tagen bedingen, dass ich mich am liebsten in den Allerwertesten beißen würde. Das kennen wir alle: Erfahrungen bedingen Wertveränderungen, durch die wir die „Entscheidungen“ in unserer Vergangenheit nun in unserer Gegenwart, mit dem jetzigen Wertsystem ganz anders treffen würden.
Aber wieder sehen wir das Prinzip:
Situation + Bewertung bedingt das „Entschließen“ oder Verhalten
Daraus erkennen wir: Spontan, reflektorisches, emotionales Verhalten folgt demselben Prinzip wie rational, analytisch, bewusst, vernünftig bedingtes Verhalten. Alles lässt sich auf die für uns spezifische Funktion unserer Neuronen und Synapsenkonfiguration zurückführen, die ihr psychisches Korrelat in unserem Wertsystem zu haben scheint.

Der wesentliche Unterschied scheint nur die Vielfalt der rational, analytisch, bewusst, vernünftig erscheinenden Möglichkeiten zu sein. In dem gegebenen Fall haben wir nur 3 Möglichkeiten der „Entscheidung“. Aber wir werden hunderte oder tausende Pro und (so genannte) Kontras der 3 Punkte finden. Jeder für sich findet seine eigenen Pro´s und Kontra´s! Je nach Wertsystem. Und daraus wird jeder für sich eine zwangsläufige „Entscheidung“ treffen. Wieder sind wir beim Punkt der Überschreitung einer Komplexitätsgrenze! Bei hunderten oder gar tausenden von verschiedenen Pro´s und Kontra´s erscheint uns subjektiv der Denkprozess oder / und das Ergebnis als zu komplex, als dass wir es als determiniert verstehen könnten. Nun ist unsere Intelligenz und Abstraktionsfähigkeit gefordert!

Zum Realitätsablauf. Wie oben beschrieben fällt es uns noch leicht, einfache Situationen, Reize und deren Reaktionen nach dem Prinzip der Determination oder Zwangsläufigkeit zu verstehen.

Je kleiner aber die Struktur wird, je vielfältiger die Struktur ist, je mehr Interaktionen in einer Situation bestehen, je kürzer die Zeitintervalle zwischen verschiedenen Prozessen werden, je mehr sich die Physik, Elektrik, Elektronik, Chemie, Biochemie in einem Prozess vereinen, der dann auch noch schwer in der Zeit auflösbar erscheint, je mehr wir dann noch in den Mikrokosmos (Atome und subatomare Strukturen) eintauchen müssen – umso schneller kommt der Zeitpunkt in dem wir überfordert sind – und an Zufall, die Varianz oder ein „hätte“ glauben.

Wir Menschen haben nur sehr, sehr begrenzte Möglichkeiten Informationen der Realität mit unseren Rezeptoren aufzunehmen, zu speichern, zu verarbeiten und zu rekapitulieren. Deshalb sind die Bilder, die wir uns von der Realität machen zwangsläufig sehr weit von der Realität entfernt. Könnten wir alle Informationen der Realität aufnehmen, sie speichern, sie auf der Basis unseres nur dann vorhandenen „Wissens“ (absolute Kenntnis der Realität) verarbeiten, so könnten wir in Verbindung mit unserem „Wissen“ über die Regeln oder Naturgesetze natürlich auch alle Prozesse der Realität voraus berechnen. Wann ein Regentropfen, aus welchen Molekülen bestehend auf welchen Millimeter unserer Erde fallen wird, wäre im Voraus zu erkennen. Auch in 2712 Jahren! Nachdem uns all diese Möglichkeiten aber fehlen, müssen wir uns mit dem behelfen, was uns zur Verfügung steht. Um also alleine nur das Wetter 1, 2 oder 3 Tage voraus zu berechnen steht uns eine riesige Zahl von Wetterstationen (Rezeptoren) zur Verfügung, deren (für uns) sehr umfangreiche Daten von sehr leistungsfähigen Großrechnern verarbeitet werden, die uns im günstigsten Fall dann ein in Etwa – Wetter der nächsten Tage liefern.

Nun zu einem ganz anderen Thema. Freier Wille!

Die Voraussetzung, dieses Thema besser zu verstehen ist eine Worterklärung anzubieten, eine Definition der Worte, wie ich sie verwende. Diese Definitionen erheben keinen Anspruch auf Wahrheit, wie alles, über was ich schreibe oder spreche. Es sind nur Worte und meine Erklärung, wie ich sie verwende.

1. Physikalische Freiheit:
Zustand der Nichteinschränkung, der Nichtbeschränkung, der Bedingungslosigkeit.
Wir bestehen aus der Materie und der Energie eines Kontinuums, das uns in Verbindung mit dem Faktor Zeit in unserer Existenz bedingt. Dadurch, dass dieses Kontinuum unsere Existenz bedingt, unterliegen wir natürlich auch dessen Regeln oder Gesetzen. Diesen Gesetzen gegenüber scheinen wir in absoluter Abhängigkeit zu stehen. Sie beschränken, sie schränken ein, sie bedingen, sie determinieren.

2. Psychische Freiheit:
Zustand der subjektiven Wahlmöglichkeit, ohne durch die Wahl Schäden zu erleiden.

3. Wille:
Werterfüllungsmotivation

4. Willensfreiheit:
Unbedingte und uneingeschränkte Werterfüllbarkeit. Wenn unsere Werte unseren Willen bedingen und wenn diese Werte durch unsere Genetik und alle darauf einwirkenden Erfahrungen bedingt sind, was hat dann unsere Erfahrungen bedingt? Welchen freien Einfluss hatten wir auf unsere Erfahrungsbedingungen?

5. Entscheidung:
Subjektive Wahl zwischen mindestens 2 Möglichkeiten und resultierende Bekenntnis zu einem der Beiden.

6. Wahl:
Infolge der „Bewertung“ von Realitätsanteilen durch unser „Wertsystem“ entstehende Bestimmung der Dominanz verschiedener Realitätsanteile.

7. Zufall:
Zufall können wir definieren als einen Realitätsanteil dessen exakte Bedingungsfaktoren (Situation + Reiz) sich unserer Kenntnis entziehen. Ist Situation und darauf einwirkender Reiz für uns bereits zu komplex zu verstehen, so ist in der Regel das Resultat, das Ergebnis oder die folgende Verhaltensweise viel zu Komplex, um sie verstehen zu können. Nun nennen wir das Ergebnis, weil es uns „unbestimmt“ oder „variabel“ erscheint „zufällig“! Wir denken nun, dass das Ergebnis auch anders „hätte“ ausfallen können.
Zufall kann aber auch als ein „variables Ergebnis“ definiert werden, als „eben unbestimmte“ Folge von Situation + Reiz. Wenn Zufall als „variables Ergebnis“ definiert werden kann und es dieses auch wirklich gibt, so kann auch der „freie Wille“ bestehen!

Nun steigen wir etwas tiefer ein in unser Wertsystem und dem daraus resultierenden Denken und Verhalten. Was bedingt unsere Werte? Die Grundstruktur scheint genetisch bedingt, aber eben bedingt zu sein! Haben wir uns diese Grundstruktur ausgesucht? Vermutlich nicht. Haben wir uns unsere Eltern, die Kultur, den Ort, das Milieu, die Zeit unserer Geburt ausgesucht? Manche Glaubensrichtungen bejahen das. Ich halte es zurzeit für eher unwahrscheinlich.

Auf diese Grundstruktur wirkten unsere Erfahrungen ein, ergänzten und veränderten dadurch zwangsläufig unsere Werte. Was hat unsere Erfahrungen bedingt? Hatten wir steuernden Einfluss darauf in welchen Kindergarten, welche Schule oder welches Heim wir gingen und welche Einflüsse dort auf uns einwirkten? All das prägte unser Wertsystem, unsere Persönlichkeit. Diesen Prozess nennen wir unter Anderem „Veränderung, Entwicklung, Lernen,…..“. Neurologisch sprechen wir nun von der „Plastizität des Gehirns“! Dieser Veränderungszwangsläufigkeit unseres Gehirns widerspricht vermutlich niemand ernsthaft! Sie ergibt sich aus mehreren Faktoren, die für diese Neuroplastizität klare Bedingungen darstellen. Nichts bleibt, wie es ist, die Alterung, das Lernen und vieles, vieles mehr…!

Nichts bleibt, wie es ist!!! Alles verändert sich auf der Basis der Zwangsläufigkeit. Vermutlich sind wir uns inzwischen über die determinierte Veränderung von Realitätszuständen einigermaßen einig.

Die Alterung wirkt auf alle biologischen Systeme zwangsläufig verändernd!

Lernen können wir definieren als einen Informationszuwachs, der psychologisch einer Wertveränderung entspricht und der neurologisch mit einer Veränderung der Neuronenkonfiguration, beziehungsweise deren Synapsen zu entsprechen scheint.

Nun noch einige Beispiele, die auch helfen können dieses komplexe Prinzip zu verstehen.

Der Faden:

Stellen Sie sich einen unendlichen Faden vor. Der Faden symbolisiert sowohl die Zeit wie auch die Neutralität. Auf diesem Faden läuft ein imaginärer Punkt – unsere Gegenwart! Der Punkt kommt aus der Richtung, die wir Vergangenheit nennen. Der Punkt läuft in die Richtung, die wir Zukunft nennen. Die absolute Geradlinigkeit des Fadens steht für die Neutralität der Realität. Betrachten wir nun den Faden im Bereich dessen, was wir Vergangenheit nennen. Erscheint uns nun ein Bereich des Fadens als krumm oder gebogen, so ist das gleichbedeutend mit der Interpretation der Negativität oder Positivität von interpretierten Vergangenheitsanteilen. Ist die Realität nun wirklich neutral, würden wir die Realität in unserer Interpretation der Negativität wohl fehl interpretieren.

Beispiel: Vater entschied sich für den Beginn einer Lehrstelle, obwohl der Sohn auf die Schule gehen wollte. In unserem Beispiel empfand der Sohn des Vaters Entscheidung von Anfang an bis in die Gegenwart als „Negativ“. Vater „hätte“ sich auch anders entscheiden können – denkt der Sohn! Sieht dieser Sohn nun den Krummen, weil negativ und vermeidbar interpretierten Bereich seines Vergangenheitsfadens an, so hat er nun eine Chance etwas zu lernen oder die Last der Negation weiter zu (er)tragen -- je nach dem Zustand seines Wertsystems!
Besteht in seinem Wertsystem bereits die Erkenntnis der Destruktion solcher „Lasten“ und / oder die Erkenntnis der Konstruktivität des Verstehens und seiner Folgen, so wird der Sohn versuchen die Beweggründe seines Vaters verstehen zu wollen. Das so entwickelte „Verstehen“ des Sohnes wird eine Neutralitäts- und Zwangsläufigkeitserkenntnis nach sich ziehen, die den krummen „Vergangenheitsfaden“ begradigt. Fortan belastet diese Last der Negation den Sohn nicht mehr. In diesem Beispiel verstand der Sohn die Bedingungsfaktoren oder Entscheidungsfaktoren des Vaters. Er verstand, dass die Determination kein anderes Wertsystem, Denken oder Verhalten des Vaters zu diesem Zeitpunkt zugelassen hat.
Die Erkenntnis, dass die Vergangenheit nicht anders ablaufen „hätte“ können, als sie eben ablief fällt uns noch relativ leicht.
In unserer Interpretation des „freien Willens“ können wir also trotzdem oft verstehen, dass die Vergangenheit der Determination unterlag. Die Zukunft denken wir aber in der Regel durch unseren „freien Willen“ beeinflussen zu können. Sie scheint uns noch nicht festgeschrieben zu sein. Sehen wir uns den “Faden“ in Richtung Zukunft an, so verschwindet er bald im Nebel der Unkenntnis! Weil aber nur wir die Zukunft nicht kennen, heißt das noch lange nicht, dass sie „unbestimmt“ ist! Die Zeit als ein einziges Gesamtmedium zu verstehen fällt uns schon etwas schwerer. Zeit als gesamtes Medium kennt vermutlich weder Vergangenheit noch Zukunft. Durch den „Umschlagpunkt“ der interpretierten Gegenwart teilen nur wir die Zeit in Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart ein. Schieben wir nun virtuell den Gegenwartspunkt auf dem Zeitfaden 1 Jahr in die Zukunft, so werden wir in diesem vor uns liegenden Jahr, das dann ja Vergangenheit wäre wieder die Zwangsläufigkeit der Determination verstehen. Auf diese Art können wir möglicherweise leichter verstehen, dass die Determination nicht nur in unserer Vergangenheit wirken konnte, sondern als ein Gesetz, das die gesamte Unendlichkeit der Zeit umspannt.

Billardkugeln:

Stellen sie sich eine Billardkugel vor, die von ihnen mit einer anderen Billardkugel angeschossen wird. Die Reaktion der angeschossenen Billardkugel scheint als zwangsläufig erkennbar. Auftreffkraft, Auftreffwinkel, Untergrund, Lage des Untergrundes, Wind sind die hauptsächlichen Bedingungen für die Reaktion der Billardkugel. Das ist die einfache Version. Wäre ja langweilig. Deshalb machen wir es etwas komplexer. Mehrere Billardkugeln werden direkt und indirekt von der stoßenden Billardkugel bewegt. Glauben Sie schon an Zufall oder die Variabilität der Reaktion? Nein? O.k.. Dann noch komplexer. Die bewegten Billardkugeln befinden sich bei dem Stoß der auftreffenden Billardkugeln bereits in Bewegung. Noch komplexer? Stellen sie sich einen Raum vor, in dem die Schwerkraft durch die Fliehkraft annähernd aufgehoben wird (z.B. Erdorbit). Gleiche Beispiele. Eine Kugel trifft eine Kugel. Eine Kugel trifft mehrere. Eine Kugel trifft mehrere bewegte Kugeln. Mehrere Kugeln treffen mehrere bewegte Kugeln. Wann kommt der Zufall oder die Varianz ins Spiel? Immer noch nicht? Dann noch viel komplexer! Unser Gehirn besteht aus bis zu einer Billion Neuronen, von denen jede einzelne in kurzen Intervallen Aktionspotenziale weiterleitet. Diese können wir mit Billardkugeln vergleichen. Unser Denken erscheint mir als der Prozess des Laufes dieser extrem vielen Aktionspotenziale. Ein Reiz, der auf unsere Rezeptoren einwirkt, wird in Aktionspotenziale übersetzt und gleicht der Einwirkung von vielen Billardkugeln, die auf ein System aus extrem vielen im Bewegungsprozess befindlichen Billardkugeln einwirkt. Wo ist nun der Zufall? Wenn er da ist, ab wann und wo hat er begonnen zu existieren?

Ich will nicht sagen, dass es keinen Zufall oder die Varianz der Reaktion gibt, die die Voraussetzung für den freien Willen meines Erachtens wäre. Ich will nicht einmal sagen dass es keinen „freien Willen“ gibt oder / und dieser „freie Wille“ nur Illusion ist! Ich will nur sagen, dass ich keine Anhaltspunkte dafür finde. Ich hoffe aber auf sie, da mir die Existenz eines freien Willens deutlich lieber wäre als die Determination! Ich müsste aber etwas konstruieren, um an den freien Willen glauben zu können. Das will ich nicht. Ich überlasse es Religionsgründern und Menschen, die ähnlich denken. Warum Religionsgründern? Weil Religionsgründer immer zuerst eine Struktur konstruieren mussten, eine Gottheit oder gleich mehrere. Diesen Göttern wurden dann noch weitere Eigenschaften ankonstruiert. Konstrukte in Konstrukten! Die Konstrukte erhielten nun definierte Größe, Aussehen, Wesenscharakteristik, Motive, Verhaltensweisen, Äußerungen, und viele andere Details. Ihnen wurden Interaktionen mit Menschen ankonstruiert, Kommunikationen. (Und Gott [oder sonst wer] sprach zu: ……) Sehen wir uns nun die vielen Religionen mit ihren einzelnen oder vielen Göttern, deren verschiedenen Eigenschaften, verschiedenes Aussehen, verschiedene Motive, verschiedene Äußerungen an. Vergleichen wir diese vielfältigen, irrwitzigen und teils obskuren Konstrukte miteinander, bringen noch die eifersüchtigen, arroganten und überheblichen Allein - Wahrheitsansprüche der einzelnen Religionen mit ins Spiel, dann müssen wir wohl spätestens jetzt erkennen, das unsere Hoffnung die wesentliche Bedingung für unsere vielen Glaubensrichtungen darstellt. Und auf was hoffen wir, wenn wir an den „freien Willen“ glauben? Vermutlich hoffen wir einfach darauf, dass wir nicht zu einem unendlich kleinen, unwesentlichen Teilchen der Realität degradiert werden, das einfach nur reagiert wie es muss und dass nichts, wieder nichts, aber auch gar nichts objektiv im Ablauf der Realität mitzureden hat. Weder in Aspekten, die das unendlich kleine Teilchen selbst betrifft, noch in Bereichen, die darüber hinausgehen! Und diese Erkenntnis scheint für viele von uns zu harter Tobak zu sein! Nach dem Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“!
Auch in der so genannten Wissenschaft scheinen die Konstrukte, in denen wir weitere Konstrukte und wieder weitere Konstrukte einbauen recht beliebt zu sein. Bereits Moleküle sind für uns nur als Konstrukte zu verstehen, da wir sie einzeln kaum sehen können. Atome, von denen man vor nicht allzu langer Zeit noch dachte, dass sie das Allerkleinste seinen und noch dazu unteilbar (átomos) wären, können wir uns auch nur in den Funktionen und Eigenarten erklären oder konstruieren. Nun sind wir aber schon in viel kleineren subatomaren Strukturen, bei den Quarks oder Gluonen und produzieren damit Konstrukte in Konstrukten. Solange wir nun Konstrukte prägen und uns klar darüber sind, dass es sich um hilfreiche Produkte oder Thesen handelt, die Realität besser zu verstehen, scheint alles in Ordnung. Sobald wir aber versuchen, die Konstrukte zu „beweisen“ um sie damit zur „Realität“ zu machen praktizieren wir nichts anderes, als die bekannten Religionen. Wir erstellen einen Anspruch auf einen alleinigen Wahrheitsanspruch. Nun diskutieren und debattieren wir gegeneinander und damit zerschneiden wir und wir versuchen nieder zu schlagen! Schade um die Verluste, die wir in solchen Formen der Kommunikation zu erleiden haben.

Noch einige Worte zum „Hätte“! Nehmen wir an, heute Morgen hat es bei uns geregnet. „Hätte“ es auch nicht Regnen oder Schneien können? Wer in der gegebenen Situation „ja“ sagt, muss andere Voraussetzungen nicht nur als möglich sondern als zwingend erforderlich interpretieren. Die wesentlichen, bedingenden Faktoren für Regen heute Morgen waren die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und der Luftdruck. Diese Parameter waren so, wie sie eben waren, nicht anders. Und jedes: „Es „hätte“ auch nicht Regnen oder schneien können setzt andere Voraussetzungen voraus, als sie bestanden! Nun können wir bei den Voraussetzungen, die sein „hätten“ können immer weiter und bis zum möglichen Urknall und noch weiter zurückgehen. Deshalb werden sie trotzdem nicht zur Realität der Vergangenheit. Aus diesem Grunde musste es in unserem Beispiel heute Morgen Regnen. Determination?

Was ist die größere Zahl? 10 oder 15? Wofür „entscheiden“ sie sich? Haben sie sich bei solch einer Frage überhaupt zu entscheiden? Oder ist die Antwort klar und damit als eine Zwangsläufigkeit determiniert oder bestimmt? Erinnern sie sich noch an die „Werte“? Durch unsere Werte bestimmen wir die Wertigkeit oder Charakteristik von Realitätsanteilen. Aufgrund unseres Wertsystems weisen wir all unseren interpretierten Realitätsanteilen gewissermaßen eine Zahl zu. Bei mir bekommt das Fahrrad eine 22, das Auto eine 37 zugeteilt, Kommunikation eine 476, Neugierde eine 3742, die Liebe eine 17342 und so weiter. Eines jeden Menschen Wertsystem weist jedem Realitätsanteil und wiederum jedem Gedanken einen oder mehrere Werte zu. Mehrere? Vermutlich ja, da wir innerhalb unserer Psyche mindestens 2 grundverschiedene Strukturen kennen. Emotio und Ratio! Wie ist es dann noch mit den angeborenen – und den anerzogenen Werten? All diese und die resultierenden Mischstrukturen unserer Psyche weisen interpretierten Realitätsanteilen Bewertungen oder Größen zu, die wir, sehr vereinfacht mit Zahlenwerten gleichsetzen können. Komplex? Natürlich! Angenommen, sie weisen mit ihrem Wertsystem dem Fahrrad eine 22 und dem Auto eine 37 zu. Was ist ihnen dann wichtiger? Jemand nimmt ihnen eines der beiden Objekte weg, sie können aber „entscheiden“ welches! Würden sie sich „entscheiden“ welche Zahl größer ist? 22 oder 37? Oder ist klar, was für sie den höheren „Wert“ hat? Und - dass sie sich wohl oder übel von ihrem Fahrrad trennen werden.

Oder: Sie bekommen von jemandem eine Ohrfeige! Patsch! Sie spüren den Schmerz und sind sehr erschreckt! Wie reagieren wir in einer solchen Situation? Können wir mit einem Schieberegler einstellen, ob wir spontan, reflektorisch, emotional oder rational, überlegt, analytisch, rational reagieren? Ich denke, dass es in unserer Psyche keinen Schieberegler gibt. Keinen für Freude, Liebe, Angst, Lust, Aggression und so weiter! Oft hätten wir diesen Schieberegler gerne. Wie gerne und oft würden wir den Regler für Hunger oder Appetit nach unten verschieben? Wie gerne wären gerade wir Männer, eben wir Indianer frei von Angst oder Schmerz? Fleiß, Geduld, Konsequenz, Zielstrebigkeit, Souveränität, Intelligenz nach „oben“! Dummheit, Oberflächlichkeit, Faulheit, Angst nach „unten“! Wer von uns kann das? Im Moment vermutlich niemand. Natürlich werden wir, je nach dem Status Quo unserer Persönlichkeit, unserer Werte, Denkweisen, Verhaltensweisen und die mit der Umwelt resultierenden Interaktionen bewerten, analysieren und schon durch die Analyse 4 Bereiche werden sich Veränderungen durch das „Verstehen“ in unserem Wertsystem ergeben, die wir „Lernen“ nennen! Für mich ist das kein Schieberegler, der in einem bestimmten Moment gesteuert werden kann sondern ein zwangsläufiger Prozess der Neuroplastizität unseres Gehirns.

Wir waren beim “Patsch“ der Ohrfeige, die sie kriegen. Je nach ihrem Entwicklungsstand oder ihrer Reife werden sie nun reagieren. Wir alle kennen Menschen, die in solch einer Situation spontan, wütend und aggressiv mit Zins und Zinseszins zurückschlagen. Andere, die resigniert und ängstlich in der Flucht ihr „Heil“ suchen. Wieder Andere, die sich strategisch, theatralisch fallen lassen, Körperverletzung geltend machen und eine lebenslange Rentenzahlung wegen Arbeitsunfähigkeit anstreben. Andere wiederum fragen den Geber der Ohrfeige nach dem Hintergrund seines Verhaltens. Wo ordnen sie sich ein? Und wenn sie sich irgendwo einordnen, „könnten“ sie auch etwas anderes tun, als sie „täten“? Welche andere „Persönlichkeitskonstellation“ würde eine andere Reaktion voraussetzen? Wir sind wieder beim alt bekannten „hätte“, „wäre“, „wenn“, „könnte“, sollte“, „müsste“ und so weiter!

Nun stellen sich uns verschiedene Fragen.

1. Handelt es sich bei der Logik und den Naturgesetzen um „in etwa – Vorgaben“ oder um zwingende Vorgaben, denen Masse und Energie und alle daraus resultierende Strukturen absolut entsprechen müssen? Gibt es etwas „unlogisches“ oder kannten wir bei Verwendung dieses Wortes nur bestimmte Parameter noch nicht, die eine „unlogisch“ interpretierte Situation oder Ergebnis bedingt haben?

2. Verändert die Komplexität einer Situation oder eines Reizes dieses beschriebene Prinzip?

3. Bestehen wir Menschen aus Masse und Energie oder den daraus resultierenden Strukturen? Oder sind wir mehr als das? Und wenn ja worin sind wir mehr?

4. Wenn Ja, unterliegen wir dann der Determination?

5. Wenn Nein, welche Umstände bedingen innerhalb unserer Existenz den Zufall, die Variabilität und ein „hätte“?

6. Wenn eine „Reaktion“ eine Handlung ist, die einer vorangegangenen Handlung oder einem Reiz kausal folgt – gibt es dann eine „Aktion“? (Realitätsprozess)

7. Wenn diese Definition der Schuld stimmt: „Schuld ist das Resultat aus „vermeidbarem“ und „selbstentschiedenem“ Verhalten, in dessen Folge Schaden für Andere oder mich selbst entstand.“ Gibt es dann „Schuld“, wenn die Determination sowohl die „Vermeidbarkeit“ wie auch die „Selbstentscheidung“ nicht erlaubt?

8. Punkt 7 vorausgesetzt. Was ist Strafe – und wie sinnig erscheint sie unter der Annahme der „Determination“?
An dieser Stelle eine Definition für „Strafe“: Gewaltorientiertes Manipulativ mit der Zielsetzung über Angst im Manipulierten unerwünschte Verhaltensweisen zu vermeiden und andere, erwünschte Verhaltensweisen zu bedingen. Im Unterschied zur Information, bei der das Ziel die Entwicklung des Menschen darstellt wird bei der Strafe die Angst menschenverachtend und sadistisch missbraucht und die Entwicklungsbehinderung oder Entwicklungsverhinderung nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern sie scheint sogar oft erwünscht zu sein. (Soviel zum Thema „Würde“ des Menschen!!)

9. Wie unglaublich viele destruktive Manipulative von Kirchen, Staaten, Industrien, Ländern, Schulen, Eltern funktionieren nur durch den missbrauchenden Einsatz von Angst? Wen beschimpfen, bevorwurfen, bedrohen, bestrafen, erpressen, ängstigen, peinigen und töten wir, der nie anders konnte als er oder sie es tat?

10. Was müssen „wir“ alle alles noch lernen, bevor „wir“ die Reife erlangen, in der „wir“ verstehen was „uns“ nützt und was „uns“ schadet? Was müssen wir verstehen bis in uns der „WIR-Gedanke“ reift? Der „Nutzen“ meiner Entwicklung wird zu meinem Ertrag und damit zum „Gewinn“ der Menschheit! Meine Kurzsichtigkeit und Destruktion wird zu meinem Schaden führen müssen und damit zum Schaden der Gesamtheit!

Wenn Freiheit der Zustand der Nichteinschränkung, der Nichtbeschränkung, der Bedingungslosigkeit von unseren existenzbedingenden Faktoren ist, also von Masse, Energie und den daraus resultierenden Strukturen und den Gesetzen, nach denen sie reagieren, dann gibt es meines Erachtens keine Freiheit. Wir unterliegen nun mal der Logik, der Schwerkraft, der Temperatur u.s.w.. Diese Abhängigkeit muss sich aber auf unsere Existenz nicht destruktiv auswirken, solange wir die Zusammenhänge verstehen, nach denen wir reagieren.

Sehr wohl wirken aber die Abhängigkeiten gegenüber den in uns hineinerzogenen (anerzogenen) Werten destruktiv.

Durch diese anerzogenen Werte

1. negieren wir!

2. wenden wir „Gewalten“ an, um gegen Dinge, Situationen, Menschen, Eigenschaften zu kämpfen, die nicht „negativ“ sind.

3. verlieren wir immer mehr Energien, weil wir glauben, wir könnten im Kampf etwas gewinnen!

4. produzieren wir Feinde, die keine sind!

5. identifizieren wir uns mit Aspekten, Eigenschaften, Menschen, Idealen
die wir nicht sind!

6. fühlen wir uns angreifbar ohne angreifbar zu sein!

7. fühlen wir uns „wertvoll“ durch Besitz, Eigenschaften, Fähigkeiten, die unseren „Wert“ in keiner weise verändern!

8. fühlen wir uns „wertlos“ durch Eigenschaften, die unseren „Wert“ in keiner weise verändern!

9. wird, ohne dass wir es bemerken, unser „Selbstbewusstsein“ zu einem „Fremdbewußtsein“!

10. werden wir zu Opfern der Ängste, mit denen wir selbst manipuliert wurden.

11. wurden wir zu Tätern und manipulieren andere, die wir damit zu Opfern machen.

12. übernehmen wir die Verantwortung für uns selbst kaum mehr, maßen uns aber Verantwortungen an, die uns nicht zustehen!

13. verlieren wir unsere biologische Liebesfähigkeit und verwechseln Liebe mit „Besitz“ und „Rechten“!

14. verlieren wir immense Entwicklungspotenziale!

15. bedingen wir Frustrationen und Krankheiten und ignorieren sie dann als Informativ dafür, dass in uns etwas nicht „stimmt“!

Indem wir diese destruktiven Einflüsse, Wirkungen und Folgen der uns anerzogenen Werte rational und emotional besser verstehen machen wir uns in gewissem Sinne „frei“ von Diesen!

Durch unsere Bereitschaft und unseren Versuch, bewusster zu denken werden wir andere, konstruktivere Erkenntnisse aufbauen können. Wir lernen. Unserem Wertsystem stehen viel mehr so genannte „Auswahlmöglichkeiten“ zur Verfügung!

Und hier erscheint mir eine Parallele zur These des „freien Willens“ zu bestehen!

Die Annäherung beider Thesen besteht meines Erachtens darin, dass wir „subjektiv“ durch unsere Entwicklung mehr verstehen, uns dadurch mehr „Wahlmöglichkeiten“ zur Verfügung stehen und wir dadurch in der Lage wären, unser Leben und unsere Zukunft „frei und selbst zu bestimmen“.

Mit meinen Thesen will ich dazu auffordern, mir Ideen zu bieten, die mir meinen „freien Willen“ wieder erlauben. Ich selbst fand die letzten 30 Jahre keine akzeptablen Thesen für „freien Willen“! Vielleicht gelingt es anderen?!

Bedenken sie bitte auch folgendes: Die Realität ist, wie sie ist. Durch unsere Thesen, Meinungen und scheinbaren Wissensbereiche über das, was wir in der Realität sehen verändert sich diese Realität nicht. Wenn wir also an unsere Erde als Fläche mit einem Rand glaubten, so war unsere Erde auch damals vermutlich keine Fläche mit Rand. Wenn wir an den „freien Willen“ glauben, so beginnt er durch unseren Glauben nicht zu existieren! Und die „Determination“ beginnt natürlich auch nicht zur Wahrheit zu werden, nur weil wir an sie glauben! Mit Gott, Shiva, Manitu und Anderen dieser Gilde verhält es sich ähnlich. Wie lächerlich, krank und dumm sind unsere Streitsituationen diesbezüglich? Und – wie lustvoll können konstruktive Gespräche mit Andersdenkenden in Verbindung mit Respekt zu einer Bereicherung für uns werden?

Glücklicherweise müssen wir heute keine (oder nur noch ganz selten) Köpfe mehr rollen lassen um die „Richtigkeit“ unserer Meinungen zu „beweisen“!

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